Die Schweiz an der Frankfurter Buchmesse

Im Café «Kaffee Satz» wird nicht mehr gelesen. Aber für die Schweizer Buchbranche ist die Präsenz an der Buchmesse in Frankfurt sehr wichtig.

Text: Julia Spahr/Eveline Kühni*

Beitragsbild: Peter Hirth, © Frankfurter Buchmesse; Bild: Alexander Heimann, © Frankfurter Buchmesse

 

Zwischen den Bücherwänden des  Schweizer Buchhändler- und Verleger-Verbands (SBVV) stehen kleine Tische. Fast jeder ist besetzt. Es ist der erste Tag der Frankfurter Buchmesse. Verleger, Agenten und Buchhändler treffen sich zu Gesprächen und Verhandlungen. «Die Messe ist ein enorm wichtiger Treffpunkt für Networking und Lizenzgeschäfte», sagt Bea Hediger. Sie ist Mitarbeiterin des SBVV und steht während der Messetage den Besuchern Rede und Antwort.

Der SBVV unterstützt fast 80 Schweizer Verlage im Messegeschäft. Innerhalb seines Standes stellt er ihnen einen grösseren oder kleineren Regalabschnitt zur Verfügung. Er transportiert ihre Bücher nach Frankfurt, baut die Bücherwände auf, ordnet die Ausstellungsexemplare ein, koordiniert Termine und informiert vor Ort über die Programme. «So ermöglichen wir auch kleinen Verlagen, an der Frankfurter Buchmesse präsent zu sein», sagt Hediger. Ein eigener Messestand sei sehr teuer. «Weil wir die personellen Aufgaben am Stand auf Wunsch übernehmen, sparen die Verlage nicht nur die Standmiete, sondern auch Personalkosten und Spesen.»

Dieses Jahr ist der Stand des SBVV neu gestaltet. «Obwohl wir nicht mehr Fläche zur Verfügung haben, wirkt der Stand aufgrund der anderen Regalanordnung viel grösser», sagt Mitarbeiterin Claudia Malten. Die neue Einrichtung biete den Verlagen mehr Möglichkeiten, ihre Bücher, Prospekte und Logos individuell zu präsentieren. Ohne Podium Wie bisher ist auch das standeigene Café Kaffee Satz ein Treffpunkt.

 

Verhandlungen am Stand des Schweizer Buchhändler- und Verleger-Verband SBVV an der Frankfurter Buchmesse 2016.

 

Anders ist in diesem Jahr aber, dass kein Podium stattfindet. Die für den Schweizer Buchpreis nominierten Autoren Sacha Batthyany, Christoph Höhtker, Christian Kracht, Charles Lewinsky und Michelle Steinbeck treten stattdessen gegenüber am «Arte»-Stand auf. Ausserdem hat der SBVV den Auftritt der Nominierten beim «Blauen Sofa» organisiert.

Diogenes, der neben seinem eigenen Stand auch beim SBVV vertreten ist, hat für seine Autorinnen und Autoren ebenfalls zahlreiche Auftritte aufgegleist. «Wir freuen uns sehr, dass wir den Besuchern drei Schriftsteller des Buchmesse-Ehrengasts Niederlande/Flandern präsentieren können», sagt Ruth Geiger, Geschäftsleiterin des Verlages. Die Diogenes-Autoren Connie Palmen, Leon de Winter und Jessica Durlacher treten an der Messe mehrmals auf.

Auch der Cosmos-Verlag hat seinen eigenen Stand. Roland Schärer, Leiter des BelletristikProgrammes, schätzt neben den geschäftlichen Terminen den Kontakt zur Leserschaft. Diese wird an den zwei letzten Messetagen, den Publikumstagen am Samstag und Sonntag, in Strömen über das Messegelände schlendern. «Dann wird es auf den Gängen kein Durchkommen mehr geben», sagt Schärer, der seit Jahren nach Frankfurt reist.

 

*Für die sda. Im Rahmen des Projekts Literatur heute. Ein Projekt der Gottlieb­ und ­Hans ­Vogt ­Stiftung.

 

Erschien am 21. Oktober 2016 in «Der Landbote».